Stimmungslage einen Monat vor Meisterschaftsbeginn!

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Zwei Gründe waren schlussendlich dafür ausschlaggebend, dass man sich mit bestem Wissen und Gewissen für die Variante PSV/SW entscheiden konnte: Einerseits hätte die Alternative - ein totaler Neustart in der 2. Klasse Nord (7. Liga) - auf Grund der Auflagen des SFV und der prekären Sportstättensituation in der Stadt Salzburg ein nicht zu unterschätzendes Risiko des Scheiterns beinhaltet, und damit möglicherweise ein endgültiges Ende der Salzburger Austria bedeutet. Andererseits - und das ist der noch weitaus wichtigere Aspekt - bündelt das nun vorliegende Projekt alle vorhandenen Kräfte, die Austria Salzburg wiederbeleben wollen. Schließlich ist mit dem Namen "Austria Salzburg" auch eine große Verpflichtung verbunden, denn dieser Verein steht nun einmal für die Nr. 1 im Fußball der Stadt Salzburg. Genau das muss für den Anfang das Ziel sein und sollte angesichts der nicht übermächtigen Konkurrenz in der Stadt auch erreichbar sein. Anders verhält es sich natürlich mit dem millionenschweren Dorfclub aus der Gemüsebauerngemeinde - solange dort Unsummen verpulvert werden, braucht man sich nicht der Illusion hinzugeben, dass Austria Salzburg aus sportlicher Sicht eine ernsthafte Konkurrenz darstellen könnte.

Vielmehr stellt sich die Frage, wie groß das Potential für klassischen Fußball in Salzburg ist. Für einen Verein, der Fußball um des Fußballs und der Fans Willen spielt, wo Tradition vor Gewinnoptimierung steht und die Anhänger ernst genommener und integraler Bestandteil des Vereins und kein notwendiges Übel sind. Ein Fußball, der kein angepasstes, familienfreundliches "Event" ist, sondern einfach nur Fußball: Bierstandl und Stehplatz statt SMS-order und Skybox.

Die große Unbekannte ist jetzt, wie viele Fans und Zuseher ein derartiger Verein in der Stadt Salzburg an sich binden kann. Kommen im Frühjahr im Schnitt 500 oder 1500 zu den Spielen der Austria? Diese entscheidende Frage kann aus heutiger Sicht keiner beantworten. Daher können wir nur Schritt für Schritt konsequent weiterarbeiten - alles andere liegt schlussendlich daran, ob Austria Salzburg auf Dauer nur von einer Hundertschaft an Hardcore-Fans unterstützt wird, oder sich doch zum sentimentalen Favoriten vieler Fußballinteressierter in unserem Land entwickelt. Ein "Kultklub", für den dieser überstrapazierte Ausdruck wirklich zutrifft. In diesem Zusammenhang noch ein kurzes Statement: Ja, gerade Widersprüche wie jener, dass sich - überspitzt formuliert - die ACAB-Fraktion mit den Kieberern auf ein Packl haut, machen Kultklubs aus. Ist es nicht u.a. auch die eigentlich völlig unpassende Klubfarbe, die einen Teil der Faszination eines FC St. Pauli ausmacht?

Da wir ohnehin keine Prognosen über die Zukunft abgeben können, sollten wir uns jetzt einfach einmal darüber freuen, dass der violett-weiße Fußball in der Landeshauptstadt wiederauferstehen wird. Freuen wir uns darüber, dass wir wieder einen Verein haben, der sich zum 1933 gegründeten SV Austria Salzburg und seinen Traditionen bekennt. Dass Austria Salzburg von Leuten geleitet wird, die Austrianer sind und durch deren Adern violettes Blut fließt. Und dass wir schon bald bei Heim- und Auswärtsspielen wieder jene Emotionen erleben können, die uns in den letzten Monaten so sehr gefehlt haben.