Samstag, 07.08.2010
Austria Salzburg - RB Juniors 2-1

Das erlebte kann man nicht annähernd in Worte und schon gar nicht in Textform wiedergeben – die schönsten Worte, die emotionalsten Sätze, alles, wirklich alles wäre eine bodenlose Untertreibung! Einen Versuch starten wir trotzdem.

Redete man sich vielerorts vor dem Saisonstart noch ein, dass einem dieses Spiel nicht sonderlich viel bedeutet, da man die großen Bullen schlachten will und es nicht unser Anspruch ist sich mit einer „Light“-Version abzugeben – so merkte man in den letzten Tagen doch, dass es für JEDEN mehr als ein Spiel mit viel Brisanz, wie man es ein bis zwei Mal in jeder Saison hat, ist. Es war einfach so, dass hier zwei Welten, zwei komplett unterschiedliche Auffassungen von Fußball, aufeinander trafen. Sportlich traf man sich annähernd auf Augenhöhe, was Herzblut und Identifikation betrifft stand (sowohl am Spielfeld, als auch in ALLEN anderen Bereichen) eine Dampfwalze einem hirn- und herzamputierten Mistkäfer gegenüber!


Nur Sturmtief Viola (wie bezeichnend für diesen Tag) hatte lange Zeit was gegen dieses Spiel. Die Arbeiten am Platz begannen bereits 12 h vor Spielbeginn. Um 14 Uhr regnete es nach wie vor wie aus Kübeln und so stand der Platz nach 2-maligem Auspumpen mehr als zuvor unter Wasser. Die ersten freiwilligen resignierten! Nach einer kurzen Auszeit konnte man sich aufraffen und nahm, in guter alter Austria-Manier, den schier sinnlosen Kampf nochmals auf. Viola hatte Einsicht mit den Violetten und als um 18:30 Uhr der Anpfiff am komplett überfüllten Austria Platz erfolgte, hatte die Violette Bewegung schon den ersten Sieg des heutigen Tages eingefahren. Eine schlichte, aber perfekt durchgeführte Bänderchoreo verdeutlichte mit ihrer Botschaft unsere Stellung in Stadt und Land Salzburg!

Die Stimmung war ok, kam aber an die in Altach gebotene Leistung nicht heran. Dies lag zum einen daran, dass unzählige Hirten für dieses Spiel aus ihren Löchern gekrochen kamen - angemalte Gesichter und grün-gelbe Wüstenrotschals hat Maxglan bis dato noch nicht gesehen - zum anderen an der nervlichen Anspannung sämtlicher Besucher. War man quasi mit einem Rückstand gestartet sorgte Sturmhoch Vujic noch in der ersten halben Stunde mit einem Doppelpack für den Endstand. Nach dem Schweiß vom Nachmittag flossen nun die ersten Freudentränen! Zu verdanken hatten wir das den 14. violetten Kriegern am Platz – herausragend wie sich alle für die Austria zerrissen haben und wie sehr sie die Philosophie unserer Austria verinnerlicht haben! Der verdiente Eintrag in die Annalen unseres großartigen Vereins ist ihnen gesichert! Dass es im Amateurfußball definitiv nichts Größeres gibt als für die Austria zu spielen zeigten auch die vielen Ex-Spieler die mit uns in der Kurve auf leidenschaftlichste Art und Weise die violetten supporteten und aus vollem Herzen und tiefster Überzeugung die rot-weißen verspotteten! Danke Jungs – aus euch sind echte Austrianer geworden!

Das Feiern mit der Mannschaft schien nach Spielschluss kein Ende zu nehmen und erreichte ihren Höhepunkt als Heli Rottensteiner auf seine Art und Weise zeigte, was er von dem Konstrukt aus Wals-Siezenheim hält!

Unterm Strich bleibt, dass dieser Tag mehr als ein Sieg der „violet Army“ über Lehrlinge einer Betriebsmannschaft war, dieser Tag war ein Sieg für den Fußball – errungen von den „Jungs in kurzen Hosen“!!! Bezeichnend, dass ausgerechnet die Jungprofis aus der Vorstadt, nachdem sie weder geduscht noch sonst was hatten, die Heimreise in ihren kurzen Hosen antreten mussten!

In Salzburg gibt es nur die Austria ...