Fankoordinationsverein - ein einziger Skandal!

Zunächst einmal eine Erklärung für all diejenigen, denen "Fankoordinationsverein" (FKV) noch nichts sagt. Der FKV wurde in Zeiten der großen Europacuperfolge vom Vorstand unter dem Vorwand der "Fanvertretung" geschaffen, um die Fans besser in den Griff zu bekommen. Nach dem Motto "wir tun ja so wahnsinnig viel für unsere Fans, wir haben als einzige österreichische Mannschaft einen Fankoordinationsverein" wurde uns eine Alibi-Vertretung ohne jedes Mitspracherecht aufgezwungen. Wenn nun jemand als vom Verein offiziell anerkannter Fan gelten wollte, mußte er 450 ÖS pro Jahr in die Kassa des FKV einzahlen, und bekam dafür seine Sitzplatzdauerkarte um rund 1000 Schilling billiger. Man kann sich leicht vorstellen, daß auch nicht ganz so begabten Mathematiker bald "Fanclubs" gründeten, um in den Genuß der (auch inklusive FKV-Beitrag) billigeren Dauerkarten zu kommen. So konnte der Verein immer mit einer enormen Anzahl an Fanclubs prahlen, wobei allerdings höchsten 10 Austria Salzburg Fanclubs als einigermaßen aktiv zu bezeichnen sind, der überwiegende Rest sind reine Eintrittskartenfanclubs. Auch bei der Bestellung der jeweiligen FKV-Häuptlinge (ihres Zeichens von seiner Gnaden auserkorenen "Fankoordinatoren") gab sich die Austria immer die allergrößte Mühe, möglichst bequeme und unfähige Hampelmänner auszuwählen. So kam es, daß vom FKV trotz enormer finanzieller Möglichkeiten (der FKV hatte angeblich bis zu 600 Mitglieder) nie irgendwelche Aktionen oder sonstige erwähnenswerte Leistungen zu bemerken waren und im Laufe der Jahre -zig, wenn nicht hunderttausende Schilling "versickerten". Der FKV agiert seit seiner Gründung in einer Art "rechtsfreiem Raum", es gibt keinerlei Kontrolle, weder vom Verein noch von den Mitgliedern. Die Austria interessiert es offensichtlich nicht, was hier vor sich geht, bzw. wurden die Machenschaften des FKV immer vom Verein gedeckt. Die Mitglieder wiederum haben keine Möglichkeit einzugreifen, weil sie alle einen "außerordentlichen Status" haben und daher auch kein Wahlrecht besitzen. Die wenigen nicht ganz hirntoten Fanclubs (vor allem Absolut, Tough Guys und Stierwascher) traten aus diesen Gründen dem FKV nie bei, und wurden daher vom Verein auch lange Zeit überhaupt nicht anerkannt. Erst in den letzten Monaten zeichnete sich in dieser Hinsicht eine gewisse Besserung ab, die große Hoffnung der Fans ist dabei der neue Manager Böhacker, der bei der letzen Fanclubdiskussion versprach, die Vertretung der Fans endlich auf eine sinnvolle Basis zu stellen. Im Anschluß möchte ich Euch meinen Bericht für das Absolut-Fanzine Lehener Post über eine Fanclubsitzung im Jahre ´95 nicht vorenthalten. Die Kernaussagen dieses Artikels sind nach wie vor gültig, für die homepage aktualisierte Kommentare sind in kursiv gehalten.

Im Zeichen der sportlichen Krise lud Manager Pichler die Obmänner der Fanclubs zu einem Fanworkshop ein. Wir, als nicht beim Fankoordinationsverein (FKV) gemeldeter Fanclub wurden natürlich nicht informiert und mußten uns deshalb, etwas unhöflich, selbst einladen. Nach dem üblichen einleitenden bla-bla von Toni Pichler und "Fankoordinator" Robert Kreipl wurde die Diskussion erstmals spannend, als die rechtlichen Grundlagen des FKV angesprochen wurden.

Zur allgemeinen Verwunderung stellte sich dabei heraus, daß von den 550 KV-Mitgliedern nur sechs ordentliche, der Rest aber außerordentliche Mitglieder sind, die deshalb praktisch kein Mitspracherecht haben! So erklärt es sich auch, daß von den nicht ordentlichen Mitgliedern noch niemand irgendetwas von Vorstandswahlen oder einer Generalversammlung gehört hatte. Zu den ordentlichen Mitgliedern zählen übrigens, zu meiner Überraschung, auch die beiden Fanclub-Veteranen Günther Schalk und Robert Gollner. Beide hatten seit den späten 80-er Jahren viel für den Aufbau einer Fanszene in Salzburg geleistet, sind aber seit geraumer Zeit vollkommen von der Bildfläche verschwunden. Interessant war auch, daß die anwesenden Fanclubobmänner über den Verbleib der jährlich weit über 200000 ÖS an Mitgliedsbeiträgen offensichtlich völlig uninformiert waren.
Kreipls Erklärung dazu, sinngemäß: "Mein Vorgänger Gollner hat bei Auswärtsfahrten derart große Verluste produziert, daß beinahe die gesamten Mittel für den Schuldendienst aufgewendet werden mußten. Außerdem wurde ein PC angeschafft." Bei dieser Aussage fragt man sich nur, warum ein so schlechter Wirtschafter weiterhin als Kassier des FKV sein Unwesen treiben darf, wobei sich dieser, laut Aussage eines Fanclubobmannes, bei den letzten x-Obmannsitzungen nicht hatte blicken lassen (Gollner war auch an diesem Tag nicht anwesend).

Man einigte sich auf zwei Punkte:

1. wird im nächsten "Anpfiff" eine grobe wirtschaftliche Bilanz des FKV erscheinen und
2. werden den Fanclub-Obmännern Berichte über die Aktivitäten des FKV zugeschickt, "aber nicht mehr als zwei(!) DIN-A4-Seiten (Kreipl).

Es erschien bisher weder jemals eine Bilanz in der Vereinszeitung Anpfiff, noch bekamen die Fanclubobmänner irgendeinen "Aktivitätenbericht" zugeschickt.
Die Leistungen des FKV in der letzten Zeit dürften also nicht nur für Außenstehende, sondern auch für den Koordinator höchstpersönlich problemlos an einer Hand abzuzählen sein. Das einzig wirklich nenneswerte Ergebnis konnte in der Diskussion um die Wiederzulassung der großen Fahnen erzielt werden: die Unterschriftenaktion der Stierwåscher bewegte Pichler zu einer vorübergehenden Zulassung bis Saisonende. Außerdem plant die Austria die Verlängerung der Netze über den hinter-Tor-Tribünen, um Platz für Fantransparente zu schaffen.

Wie nicht anders zu erwarten gibt es auch zwei Jahre später noch immer keinen geeigneten Platz im Lehener Stadion, um Transparente aufzuhängen.

Damit waren wir schon bei der Stadiondebatte, und die kürzlich zugesagten Bundesmillionen brachten Pichler ins schwärmen über das "neue" Lehener Stadion und die damit verbundene "einzigartige" Atmosphäre. Für die Fans soll, wie wir bereits in Ausgabe Nr.3 berichtet hatten, die 2700 (Steh-)Plätze fassende, überdachte Klappsessel-Südtribüne reserviert werden, von wo aus wir in zwei Jahren die Austria unterstützen können. Hören tu´ ich´s wohl, allein, mir fehlt der Glaube...

Richtig geraten: seither ist im Lehener Stadion überhaupt nichts geschehen, zwei Jahre später träumt man jetzt von einem Superstadion, mit fahrbarem Rasen und schließbarem Dach, aber einen einigermaßen geeigneten Fansektor gibt es noch immer nicht, und wird es wohl auch in fünf Jahren noch nicht geben.

Allerdings soll, laut Statik-Experten Pichler, das große Glück nur ein gutes Jahrzehnt dauern, weil dann der Stahlbeton des Stadions irreparabel kaputt sein wird. Mit zunehmender Dauer verflachte die Diskussion immer mehr, und die Thematik verlagerte sich zunehmend in sportliche Niveaulosigkeiten a la "da Hasi rennt wenigst´ns und da Heimo net". Aufgrund der ersten Stunde war der Workshop aber doch einen Besuch wert, und wir als Fanclub Absolut wurden wieder einmal in unserer ablehnenden Haltung dem FKV gegenüber bestätigt. Solange in diesem FKV ein Robert Kreipl das Sagen hat, und solange sich die von ihm geleistete Arbeit großteils auf Dauerkartenverteilen und Auswärtsbusabsagen beschränkt, können wir nur allen Fans raten:
HÄNDE (bzw. Mitgliedsbeiträge) WEG VON DIESEM KOORDINATIONSVEREIN!

Die Auswärtsbusse wurden zwar in letzer Zeit nicht mehr abgesagt, fahren dafür aber zumeist mit 10-15 Insassen. Bei jeder Wien-Fahrt entsteht so ein Verlust von mindestens 5000 ÖS, aber was sollte man denn sonst mit 5000 Schilling anfangen?!

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