Samstag, 10.06.2006, 17:00 Uhr
PSV/Austria Salzburg - SV Schwarzach 1:0 (0:0)
Das Leben eines Fußballsfans könnte man einfach ausdrücken
mit den Worten: Mal gewinnt man, mal verliert man! Aber ganz trifft
diese Aussage wohl nicht zu, denn es gibt Momente im Fußball,
die diesen Sport von anderen unterscheiden.
Aber alles der Reihe nach: Gebeutelt von den Vorkommnissen der vergangenen
Wochen, von Niederlagenserien bis hin zu einer merkwürdigen Generalversammlung
und ständiger Ungewissheit, dürften wohl nur wenige wirklich
euphorisch zu diesem letzten Spieltag gegangen sein.
Trotz alledem machte man sich auf zum wohl kultigsten Ground, den
Salzburg noch zu bieten hat. Und diejenigen, die auf das Großereignis
unseres nördlichen Nachbars verzichteten, durften den ältesten
Klub des Bundeslandes bei ihrem Abschied aus der Regionalliga West
beobachten. Kompliment auch an den Anhang des SAK, der durchaus zu
gefallen wusste. Bleibt zu hoffen, dass man sich im Herbst zum Derby
DER Salzburger Traditionsvereine wiedersieht!
Das Spiel selbst war zumindest an Spannung nicht mehr zu überbieten.
In der ersten Halbzeit eine Austria, die zwar optisch überlegen
schien, doch das war´s auch schon. Ähnlich begann die zweite
Halbzeit. Sie sollte es dafür noch in sich haben, denn um Minute
60 ließ Berger seinen Gegenspieler aussteigen und zog vom 16er
ab. Der Ball prallte von der Latte zurück ins Feld und der darauf
folgende Kopfball aus 2 Metern ging in die Hände des Schwarzacher
Torhüters. Es sollte einfach nicht sein und genau ab diesem Zeitpunkt
begann die Drangperiode der Gäste. Dreimal wären fast alle
unsere Chancen auf den Klassenerhalt dahin gewesen. Sini, der Pfosten
und die Unfähigkeit der Schwarzacher Stürmer waren die Gründe,
warum es doch noch beim 0:0 blieb.
Auch war in diesen Minuten bereits mehr oder weniger klar, dass wir
den Klassenerhalt selbst in der Hand hatten. Die positiven Zwischenstände
aus Grödig und Straßwalchen heizten die Stimmung nur noch
mehr an, und so wurden in Minute 84 die Stossgebete der gut 1500 Austrianer
erfüllt. Ein kurz abgewehrter Freistoß und wiederum Berger,
doch diesmal drückte er den Ball über die Linie. Was dann
passierte, kann man mit Worten fast nicht beschreiben, Emotionen wie
man sie lange nicht mehr erlebt hat, Wildfremde, die einen plötzlich
umarmten und eine Begeisterung, wie sie nur der Fußball kennt!
Die 8 Minuten (!) Nachspielzeit wurden zum Nervenkrimi. Jede Möglichkeit
der Schwarzacher wurde als hundertprozentige Torchance gesehen und
unser Kapitän Milan Pavlovic verabsäumte es, mit einem Elfmeter
den Sack zuzumachen. Kaum auszudenken, hätte es zu diesem Zeitpunkt
noch 0:0 gestanden. Doch mit dem Schlusspfiff war es nun offiziell,
man hatte das Ziel Klassenerhalt geschafft. Jeder der jetzt keine
Regung zeigte und sich nicht von Herzen freute, kann einem nur Leid
tun, denn er wird diese Emotionen wohl niemals verspüren! Selbst
die gut 20-köpfige Truppe aus Dortmund feierte und stimmte mit
uns „You’ll never walk alone an!“ Das allein muss
Bestätigung genug sein, wenn man Leute, die eine Kurve mit 20.000
Menschen gewohnt sind, noch begeistern kann.
Ein Verein, der bereits 3 Mal Meister geworden ist und noch vor 12
Jahren im Uefa-Cup Finale stand, feierte an diesem Tag den Klassenerhalt
in der Landesliga. Welch absurde Geschichte eigentlich. Doch egal,
was die Zukunft bringt, ob 1. Landesliga oder 2. Klasse Nord, wie
könnte man anders, als dem Mythos Austria Salzburg die Stange
zu halten? Ein weiteres Kapitel unserer glorreichen Vereinsgeschichte,
die sich liest wie ein Märchen - und was haben alle Märchen
gemeinsam?
Sie gehen immer gut aus!
Austria Salzburg du bist unser Leben!
1:0 (84.) Berger
1500 Zuschauer
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