Samstag, 13.08.2006, 19:30
Salzburg - FC Wacker Innsbruck 2:0 (2:0)

Derby-Time, eigentlich ein Feiertag im Leben eines jeden Fußballfans
– doch leider stand auch dieses Westderby im Schatten der jüngsten
Ereignisse. Hatte es in Graz noch eine "Goodwill-Aktion" gegeben,
so blieben die Stimmen diesmal wieder – zumindest bis zur Minute 85
– ruhig. Bis dahin hörte man lediglich die Innsbrucker, abgesehen
von ein paar halbherzigen "Soizbuag, Soizbuag"-Rufen, die aber meist
schneller wieder verstummten als sie gekommen waren.
Wie schon im letzten Westderby zeigten die Tiroler Fußballanhänger, dass sie sehr wohl unterscheiden können zwischen der - für ein wahres Derby dazugehörenden - einen oder anderen politischen Unkorrektheit der Vergangenheit und dem Ernstfall, wenn es wirklich um Leben oder Tod eines Vereins geht. Der die Situation exakt treffende Spruch "Diktatur der Angepassten" schaffte es sogar auf die Titelseite der Salzburger Nachrichten - Respekt!
Ab Minute 85 wurde dann wieder illustriert, was in diesem Stadion
eigentlich möglich wäre, und auch immer mehr "neutrale" Zuschauer werden
langsam hellhörig, schließlich macht es auch denen keinen Spaß, wenn man
im eigenen Stadion regelmäßig von den Auswärtsfans niedergesungen wird. Es war sehr positiv zu sehen, dass die Anzahl der Violetten von Spiel zu Spiel zunimmt, immer mehr scheinen zu begreifen, was in Salzburg abgeht.
Parallel dazu nimmt die Zahl der Gaukler und Stelzenfuzzis vor dem
Stadion ab, auch das nur so am Rande bemerkt. Einmal mehr zur Lachnummer
wurde allerdings der Stadionsprecher mit seiner Bemerkung bei der
Tiroler Pyroeinlage: "Burschen, das gehört nicht hierher, wir sind
schließlich beim Fußball!" (ANMERKUNG: laut einer Zuschrift wurde im Zuge der besagten Pyroaktion ein Ballbub von einem Böller verletzt - sollte das wahr sein und sich die Aussage darauf bezogen haben, nehmen wir das selbstverständlich zurück).
Zuseher: 17.000 (davon ca. 800 Innsbrucker)
[retour]
|