Sonntag, 22.05.2005, 15:30
Austria Salzburg - Rapid Wien 4:1 (2:0)



Eines gleich vorweg: es war sicher ein denkwürdiges Spiel, dieses (vorerst?) vermutlich letzte Aufeinandertreffen von Austria Salzburg und Rapid Wien - aber weniger wegen des Ergebnisses, sondern vielmehr auf Grund der Ereignisse auf den Tribünen. Denn auch wenn es einige Salzburger Fans offensichtlich mehr als nötig hatten, das in dieser Saison stark in Mitleidenschaft gezogene Ego aufzupolieren, so braucht man sich objektiv betrachtet über einen Sieg gegen die vermutlich unter Restalk angetretene Reserve des neuen Meisters eigentlich nichts einbilden. In jedem Fall war es aber eine vergebene Chance: es wäre sicher auch in die Chefetagen wie ein Blitz eingeschlagen, wenn selbst bei einem Kantersieg gegen Rapid über 90 keine Stimmung aufgekommen wäre. So aber wurden durch das Verhalten der oberen Hälfte der Süd ausgerechnet jene bestätigt, die der Meinung sind, dass man sich Stimmung mit sportlichen Erfolgen erkaufen kann. Besonders traurig, dass unter den Sängerknaben der zweiten Halbzeit auch langjährige Violette waren, denen es leider wichtiger war, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen, anstatt das große Ziel - die Rettung des eigenen Vereins - im Auge zu behalten.

Dass die Qualität der Kurve darunter enorm leidet, ist klar: Leute, die Auswärtsspiele nur vom Hörensagen können, stimmten Gesänge á la "ihr könnt nach Hause fahr´n" an, was den Anhang des neuen Meister bei seiner Ehrenrunde sicher mitten ins Herz getroffen hat. Das ganze erinnerte irgendwie an längst überwunden geglaubte Zeiten. Noch idiotischer war allerdings das Verhalten der Osttribüne: wie oft hätte die Austria gerade in dieser Saison den Support von der Seite gebraucht, wie oft haben wir uns bemüht, auch den Rest des Stadions mitzureißen - gekommen ist von dort leider nie etwas. Und genau bei diesem völlig unbedeutenden Spiel wurde zum allerersten Mal im neuen Stadion auch von der Seite supportet - nicht etwa, weil auf einmal der britische Geist über die Sitzplatztribüne gekommen wäre, sondern einzig und allein aus Trotz, um es der Fankurve zu "zeigen". Besonders peinlich dabei, dass sich die Tribüne von einem "Fan" mit Bayern-Trikot animieren ließ - fast überall auf der Welt würde sich so ein Typ zumindest ein paar Watschen einfangen, aber leider ist nicht nur Wien anders...

Alles in allem war es ein Tag der Schande für den violett-weißen Anhang, und ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns in der nächsten Saison erwarten wird, wenn die Zuckerlwasser-Horden erst so richtig in Kleßheim einfallen werden. Aber wir fragen uns jetzt nicht, ob es sich für einen derart charakterlosen Anhang lohnt, weiterzukämpfen, auch wenn sich der Großteil der Fußballzuseher in Salzburg nichts anderes verdient als den nun vor der Tür stehenden Klub für Idioten. Wir machen das ganze nur für uns und mögliche zukünftige Fangenerationen, damit auch diese mit Stolz auf ihren Traditionsverein blicken können - so wie wir es bis 2005 konnten. Union ´99 Ultrà Salzburg: violett-weiß, vom Anfang bis zum Ende.

Zuseher: 12.000 (davon ca. 3000 Rapid-Fans)

Tore:
1:0 Mrdakovic (13.)
2:0 Ch. Jank (51.)
3:0 Seo (81.)
4:0 G. Tomic (91.)
4:1 Garics (96.)

Aktualisierung: 22.05.2005 | 23:59 Uhr



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