Samstag, 7.8.2004, 19:30
Rapid Wien - Austria Salzburg 0:0

Nur eine Woche nach dem Westderby gleich der nächste Schlager
- das Auswärtsspiel bei Rapid. Nach einiger Konfusion im Vorfeld
wurden erst relativ kurzfristig zwei ÖBB-Waggons bestellt, und
es fanden sich schließlich rund 120 Fans im Zug ein - hätten
mehr sein können, aber durch die Panikmache diverser Medien haben
sich zuletzt kaum mehr "normale" Fans gefunden, die sich an Auswärtsfahrten
beteiligen - obwohl sich sicher niemand auch nur einen Moment lang
fürchten hätte müssen. Da ist es früher, als noch
keine Hundertschaften an Sicherheitskräften aufgeboten wurden,
ganz anders zur Sache gegangen - gerade in Hütteldorf.
So waren wir also etwas weniger Leute als beim letzten Spiel in Hütteldorf,
aber sicher nicht weniger motiviert - vor allem die Viennolas, um
deren Choreographien sich wieder einmal vollkommen irrwitzige Szenen
abspielten. Genehmigt, nicht genehmigt, genehmigt, nicht genehmigt...
Schlussendlich wurden die (genehmigten) violett-weiß-roten Fahnen
zum Auftakt verwendet, und waren im Laufe des Spiels immer wieder
zu sehen. Die (nicht genehmigten) Bänder wurden zunächst
versteckt und im Laufe der zweiten Halbzeit bei Gelegenheit präsentiert
- zwar nicht wie geplant, aber immerhin konnten wir uns so über
drei gelungene Choreographien freuen - wohl auch eine Premiere in
Salzburgs Fangeschichte.
Auf der West wurde zum Ankick ebenfalls eine Fahnenchoreographie präsentiert,
Halbzeit zwei ein Bengalenintro - beides dem Anlass entsprechend und
nicht so extrem überladen wie das letzte Mal. Als wäre es
abgesprochen gewesen, wurde diesmal von beiden Seiten auf provokante
Spruchbänder verzichtet. Schön, dass man begriffen hat,
dass es gescheiter ist, nichts zu schreiben, als um der Rivalität
wegen irgendeinen Schmarrn, auch wenn gerade nichts ansteht. Unnötig
war eigentlich nur der "Club der zu spät gekommenen" im Nebensektor
- also jene Leute, die es nicht geschafft haben, für die West
ein Abo zu ergattern, und die nun versuchen, eine zweite Fankurve
zu schaffen - zum Glück ging auf die laufenden Provokationen
auf Salzburger Seite kaum jemand ein.
Die Stimmung war dem (zumindest aus Fansicht) Schlager durchaus würdig,
wenn auch nicht überschäumend - dazu war das Spiel zu sehr
von den Abwehrreihen dominiert. Ohne besondere Höhepunkte ging
es in die 87. Minute, als es durch die Ausschlüsse von Suazo
und Schoppitsch (ob gerechtfertigt oder nicht, sollten besser die
vor dem Fernseher sitzenden beurteilen) und unerklärliche fünf
Minuten Nachspielzeit doch etwas hektisch wurde. Am Schluß konnte
man aber durchaus mit der gezeigten Leistung und dem Punkt zufrieden
sein. Und wo es in der Mannschaft happert, zeigt ein kurzer Blick
auf die Tabelle, in vier Spielen ein Tor erzielt und zwei bekommen...
Richtig lustig wurde es aber erst nach Spielschluß, als sich
die auf beiden Seiten anwesenden Italiener (Ultras Unione Venezia
Mestre bzw. auf unserer Seite zwei Leute von den Supporters Udine
und einer vom Nord Kaos) gegenseitig per Lautsprecher beschimpften...
"Little Italy" in Hütteldorf, man konnte ein Schmunzeln nicht
verbergen ;-)
Da unser Zug in die Heimat in Hütteldorf nicht
hielt (oder doch?), wurden wir anschließend mit zwei Straßenbahngarnituren
("wer nicht hüpft, der ist ein Wiener...") Richtung Westbahnhof
verfrachtet - auch mal was anderes. Um halb zwölf setzte sich
unser Zug dann endlich Richtung Westen in Bewegung, um kurz später
doch in Hütteldorf zu halten. Nachdem fünf Polizeibusse
neben den Waggons aufgefahren waren, ging es weiter, der Sinn dieser
ganzen Aktion wird uns wohl ewig ein Rätsel bleiben. Fazit: es
war sehr schön, es hat uns sehr gefreut.
Zuseher: 12.400 (davon ca. 300 Salzburger)
Tore:
-
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