Donnerstag, 27.11.2003, 18:00
AC Parma - Austria Salzburg 5:0 (3:0)

Eigentlich sollte es ein würdevoller Abschied aus Europa werden,
bei dem was allerdings auf dem Spielfeld ablief kann von „Würde“
nicht im Entferntesten die Rede sein. Aber alles der Reihe nach:
Um 4.00 Uhr morgens ging die Reise mit einem 54-Sitzer
los, in dem neben uns auch einige Mitglieder der „Lunatics“
und der „Violetten Teufel“ Platz fanden. Die Fahrt verlief
ziemlich amüsant und die Warnung, die italienischen Tankstellen
würden streiken, wäre eigentlich keine Meldung wert gewesen,
es schien doch einige Streikbrecher zu geben. Kurz nach Mittag erreichten
wir Parma, wurden dort einige Zeit bei der dortigen Mautstation festgehalten,
ehe wir von den Carabinieri zum Stadion gebracht wurden. Die Zeit
bis zum Anpfiff verbrachten wir in einer nahegelegenen Pizzeria, wo
wir dem Motto der Vereinsführung nachkamen und „wenigstens
gut essen“ waren, man gönnt sich ja sonst nichts.
Pünktlich zu dem Zeitpunkt, wo wir das Stadion
betraten, fing es an dermaßen zu schütten, dass einige
schon vermuteten, die Partie würde wohl abgesagt werden. Zu Spielbeginn
waren ca. 200 Salzburger im Auswärtssektor, und neben unseren
Freunden aus Udine (die heuer doppelt so viele UEFA-Cup-Spiele der
Austria sahen als von ihrem Team ;) waren auch 2 Leute aus Reggio
Emilia, den Erzfeinden von Parma, anwesend.
Der Support konnte sich sehen lassen, aber vielleicht
sollten wir es nächstes Mal so ähnlich machen wie der Verein
und nur eine „B-Garnitur“ hinschicken, damit sich der
Rest auf andere Aufgaben konzentrieren kann - es geht dabei ja nur
um das Ansehen der Austria in Europa, aber das ist ja bei weitem nicht
so wichtig wie das Spiel am Wochenende in Kärnten. Jedenfalls
wurde von uns - trotz strömenden Regens und 0:1 nach 23 Sekunden
- alles gegeben, was man von der Mannschaft sicherlich nicht behaupten
kann. Nach 7 Minuten (0:2) kam ein ähnliches Gefühl auf
wie damals beim Länderspiel des Nationalteams in Spanien (0:9),
ganz so schlimm kam es nicht, wir brauchten dazu immerhin 2 Spiele.
Aber was auf dem Rasen geboten wurde war unter aller Sau, wenn schon
nicht für die Mitgereisten aber zumindest für´s Image
hätte man kämpfen können.
Dem war nicht so, man ließ sich kampflos abschlachten,
wobei das Ergebnis sicher nicht das Schlimmste am Ganzen war, Suazo
und Tomic waren noch die Besten, von „gut“ kann nach so
einem Schweinskick sowieso nicht die Rede sein. Auch die Demontage
von Szewczyk scheint weiterzugehen, nichts gegen Scharrer aber in
Abwesenheit von Laessig und Pfeifenberger wäre er wohl der geeignetste
Kapitän gewesen. Empfohlen hat sich wohl keiner, es wird schleunigst
Zeit sich im Winter von einigen zu trennen. Nach dem Spiel fanden
es zunächst nur Arzberger und Teber wert, zum Sektor zu kommen,
bis sich nach heftiger Intervention unsererseits auch der Rest dazu
bequemte, sich beim Anhang zu bedanken.
Trotz allem ließen wir uns die Heimfahrt nicht
verderben, nachdem sich alle ihrer nassen Kleidung entledigt hatten
dürfte der Bus einen Wasserstand von 0,5 Meter gehabt haben.
Nach ziemlich genau 24 Stunden trafen wir wieder in Salzburg ein,
einserseits wehmütig, sich aus Europa verabschiedet zu haben,
andererseits konnte man angesichts der Leistung der Mannschaft eher
froh sein, nicht auszudenken wir hätten gegen Barcelona oder
ähnliche Kaliber gespielt.
Nun wollen wir in Kärnten eine entsprechende
Leistung sehen, ansonsten müßte man sich als Parma-Fahrer
noch mehr verarscht fühlen!
Zuseher: 3000
Tore:
Carbone (1., 7.)
Filippini (43.)
Sorrentino (47., 86.)
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