Samstag, 04.10.2003, 15:30
Rapid Wien - Austria Salzburg 1:0 (0:0)

Wenn man kein Glück hat, kommt auch noch Pech dazu! Diese abgedroschene
Floskel hatte beim Spiel gegen den Tabellenführer mehr denn je
Gültigkeit. In der vorigen Saison hätten wir die Partie
wohl mit 1:0 gewonnen, aber die Grünen scheinen momentan denselben
Lauf zu haben wie wir im Frühjahr. Aber beginnen wir von vorne:
Nach den letzten Aufeinandertreffen mit Mattersburg,
Kärnten und Bregenz stand endlich wieder mal ein richtiges Fussballspiel
auf dem Programm. Knapp 150 Leute fanden sich am Salzburger Bahnhof
ein, um die Austria nach Hütteldorf zu begleiten, darunter auch
wieder einige Leute aus Udine. Gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt,
dass wir auf dem vorletzten Tabellenplatz stehen, aber trotzdem irgendwie
enttäuschend, schließlich sind die Spiele gegen Rapid (in
Abwesenheit unserer „Tiroler Freunde“) DAS Highlight der
Saison.
In Wien angekommen mußte man meinen, der EU-Gipfel
wäre von Rom kurzfristig hierher verlegt worden, wohin man auch
blickte, überall sah man Polizei & Turtles, sogar einen Hubschrauber
hatte man „angemietet“. Positiv zu erwähnen ist die
Tatsache, dass sich die Exekutive diesmal sehr zurückhaltend
präsentierte, keinerlei Provokationen bzw. übereifriges
Eingreifen, da hat man - vor allem in Wien - schon anderes erlebt.
So wurden wir ohne nennenswerte Verzögerungen zu unserem Sektor
gebracht, wo wir insgesamt wohl an die 350 Leute waren. Begrüßt
wurden wir mit einer Zettelchoreo der Rapidler, in der zunächst
VIOLA mit weiß auf schwarzem Hintergrund geschrieben wurde,
danach wurden die Zettel gewendet und es entstand ein MERDA. Dabei
schienen die Leute, die jeweils das „A“ hochhalten sollten,
einige Problemchen zu haben, dafür konnte sich die anschließende
Bänderchoreo wirklich sehen lassen. Auch von unserer Seite gab´s
Sehenswertes, die Viennola hatten 300 Doppelhalter vorbereitet, mit
denen wir ein weiss-violett-weisses Muster darstellten. Alles in allem
also ein wirklich gelungenes Intro für diese Partie. Spruchbandtechnisch
hatten sich die UR („wir pfeifen auf die stronach-gesteuerten
Marionetten in schwarz“) wohl auf Hickersberger´s Spuren
begeben (alle sind gegen das arme Rapid), oder einige von ihnen waren
nicht beim letzten Spiel in Pasching.
Auf einem unserer Spruchbänder zollten wir den
Grünen Respekt für ihre Solidarität in punkto Stadionverbote
(was auch mit Beifall quittiert wurde), allerdings muss man sich fragen,
ob das „Freiheit für Ultras“ unseren Fotografen ausschließt,
der - ob Unstimmigkeiten mit einem gewissen „Fernsehstar“
der UR - schlußendlich das Spiel wieder einmal nicht wirklich
lange zu Gesicht bekam. Ein klarer Fall von Wasser predigen und Wein
trinken...
Die Austria war zu Beginn zu passiv und hatte es
Arzberger zu verdanken, dass es zur Pause beim 0:0 blieb, ein herrlicher
Weitschuß von Suazo, den Payer zur Ecke lenken konnte, war unsere
einzige Ausbeute bis dahin. Nach der Einwechslung von Kahraman für
Amoah (der leider langsam an seine Sturm-„Form“ anzuschließen
scheint) kam mehr Bewegung in unser Offensiv-Spiel, leider wurden
einige gute Möglichkeiten vergeben. Andererseits war es wieder
Arzberger, der zweimal hervorragend gegen René Wagner klärte.
Als man sich schön langsam schon mit einem 0:0 anzufreuden begann
folgten die spielentscheidenden Szenen: zuerst scheiterte Kahraman
völlig freistehend an Payer, praktisch im Gegenzug erzielte mit
Ivanschitz der momentan beste österreichische Fussballer das
1:0 für Rapid. Doch die Austria gab nicht auf und kam noch zu
zwei Riesenchancen, doch Kahraman und Suleiman scheiterten am Rapid-Keeper.
Diese Niederlage schmerzt doppelt, zum einen, weil sie absolut unnötig
war, und zum anderen, weil wir jetzt endgültig den Anschluß
ans Mittelfeld verloren haben und wieder mitten im Abstiegskampf stecken.
Beim Blick auf die Tabelle kann es einem schon schlecht werden, die
beiden Wiener Clubs vorne und eine Mannschaft wie Bregenz hat doppelt
so viele Punkte wie wir! Und nach der dritten 0:1-Niederlage en suite
ist auch vom leichten Aufwind endgültig nichts mehr zu erkennen.
Nichtsdestotrotz: ALLE NACH UDINE, eine Abordnung
von uns ist sonntags noch mit den Udinesi nach Ancona mitgefahren,
um die Form unseres UEFA-Cup-Gegners „auszuspionieren“
;)
Zuseher: 13.800 (ca. 380 Salzburg Fans)
Tor:
1:0 (89.) Ivanschitz
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