Samstag, 09.11.2002, 15:30
Austria Salzburg - Rapid Wien 3:1 (1:0)
Zum 10-Jahres Jubiläum wurden die Tough Guys wieder einmal choreographisch
aktiv, das Mega-Spruchband wusste zu gefallen, die Zetteln kamen leider
nicht zur Geltung, weil zum Ankick noch viel zu wenige Leute im Stadion
waren. Außerdem liefen die Spieler mit "TGS ´92"
- T-Shirts ein und auch die Krone widmete der Feier einen Artikel
nach dem Motto "die Selbstreinigung der Fans hat funktioniert,
es ist nicht mehr "in", dem Gegner den Schädel einzuhauen".
Naja, die Medien in Salzburg waren immer schon absolute Fanszene-Insider.
Gratulation natürlich auch an dieser Stelle an den ältesten
noch existierenden Austria-Fanclub!
Das Spiel begann recht flott und nach 15 Minuten
konnte erstmals gejubelt werden, Heiko Laessig war der Torschütze
zum 1:0. Das hätte eigentlich das Stadion zum kochen bringen
sollen, tat es aber nicht, wozu auch die Herrn in Uniform ihren Beitrag
leisteten - völlig unnötigerweise schritt die Polizei ein,
weil im Sektor oben zwei Bengalen gezündet wurden, es kam zu
einer kurzen Schubserei im Sektor, einige Fans wurden abgeführt
und dabei vorsätzlich verletzt. Fans, die Fotos von der Aktion
gemacht hatten, wurden genötigt, Bilder von der Digitalkamera
zu löschen, um belastendes Beweismaterial zu vernichten. Die
Stimmung war dadurch zerstört, die Aggressionen geschürt,
gut gemacht, ihr Zivilversager.
Nach Seitenwechsel kam Rapid zum nicht unverdienten
Ausgleich und hatte in der Folge auch die eine oder andere Chance,
die Partie umzudrehen. Doch dann kam die "Austria-Viertelstunde",
der eingewechselte Dominik Hassler verwertete ein Brenner-Flanke per
Kopf. Sensationeller Jubel, plötzlich wachte auch das Publikum
wieder auf und als Kai Schoppitsch´s Gewaltschuss im Rapid-Tor
landete, gab es kein Halten mehr. Trotzdem geriet der Sieg noch in
Gefahr, weil ein Linienrichter es so wollte, Elfergeschenk für
Rapid, Ausschluss gegen Jank wegen angeblichen Torraub-Handspiels.
Doch Fortuna war diesmal auf unserer Seite, Oberprolet Wallner traf
nur das Lattenkreuz - AUF WIEDERSEHEN!
Schon Minuten vor dem Ende wurde der Zaun gestürmt
und der 3:1-Erfolg gefeiert. Nach Schlusspfiff kamen zunächst
unsere Spieler zu uns, kurz später wollten auch noch die Grünen
gratulieren. Die Polizei, die sich zunächst noch wegen zwei Bengalen
wichtig gemacht hatte, schaffte es nicht, das Aufbrechen eines Fluchttors
des Auswärtssektors zu verhindern ... also doch nicht "nur"
Zivilversager, sondern Versager auf allen Linien. Es kam zu einigen
Einzelgefechten am Spielfeld, halb so wild, aber Hauptsache, die Bundesliga
hat jetzt wieder einen Grund, um uns "mit der weiteren Verbesserung
der Sicherheitsbestimmungen (Betreuung der Fans, Videoüberwachung,
namentliche Erfassung aller Kartenkäufer,...) im und rund um
die Stadien ..." zu beglücken (Zitat von www.bundesliga.at).
Apropos Rapidler: die selbsternannten Fantum-Apostel
Österreichs taten mit Ausnahme der 3.HZ-Aktivitäten nichts,
um ihrem eigenen Anspruch gerecht zu werden. Ihr Support war selbst
für österreichische Verhältnisse - wie mittlerweile
der gesamte Verein - nur Mittelmaß.
Wenn man von der über weite Strecken des Spiels
auf beiden Seiten enttäuschenden Stimmung absieht, war die Partie
endlich einmal wieder ein wirklich genialer Fußballtag in Lehen
- der vorletzte im alten Stadion. Beim Abschiedsspiel am 23. November
gilt es nun, das Stadion noch einmal zu füllen - wer sich diese
Partie entgehen läßt, dem kann man wirklich nicht mehr
helfen.
Zuseher: 6.000 (davon ca. 400 Rapid Fans)
1:0 (15.) Laessig
1:1 (48.) Adamski
2:1 (75.) Hassler
3:1 (82.) Schoppitsch
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