Samstag, 11. April 1998, 15.30
Austria Lustenau - Austria Salzburg 1:0 (1:0)

Um 7.15 trafen sich 8 Leute am Salzburger Hauptbahhof, um möglichst günstig an die Schweizer Grenze zu kommen. Leider gilt das Wochenendticket der deutschen Bahn seit April nur noch für zwei Personen, sodaß Lustenau-retour statt 50 Schilling jetzt rund 200 Schilling kostet (ist aber auch noch ziemlich billig). Nach München waren natürlich auch zahlreiche sinnlose Bayern-Fans, und deutlich weniger 60-er unterwegs, denn am selben Tag stand auch das Münchner Derby am Programm.

Über Lindau erreichten wir um 14.15 Lustenau-Markt, wo uns der Schaffner mit den Worten "jetzt sind es nur noch 15 Minuten zu gehen, die 28 vor Euch habe ich auch schon dorthin geschickt" verabschiedete (die Tough Guys hatten denselben Anreiseweg gewählt, nur zwei Stunden früher). Leider entsprachen die 15 Gehminuten nicht ganz den Tatsachen (und das lag nicht etwa an unserer Gehweise). Dem Rhein und damit der schweizer-österreichischen Grenze entlang wanderten wir und erhielten ständig die Auskunft "noch 2 Kilometer", obwohl zwischen den Fragen eine halbe Stunde verging.

Nach fast einer Stunde hatten wir dann endlich das Reichshofstadion erreicht, und kauften uns beim Verkaufsstand (in Form eines Campingtisches) Karten für unseren Sektor. Immerhin mußten wir diesmal das Spiel nicht im Käfig verfolgen, sondern durften nach einigen Interventionen auf die Zusatztribüne. Das Spiel begann dann gleich mit einem unglücklichen Gegentor, bereits nach 6 Minuten erzielte Kolvidsson per abgefälschtem Freistoß und durch die Beine von Safar das 1:0 für die Lustenauer. Obwohl unsere Austria 84 Minuten Zeit gehabt hätte, sich von diesem "Schock" zu erholen, gelang überhaupt nichts, es war einfach deprimierend, wie leicht der Aufsteiger zu seinem ersten Sieg im Frühjahr kam. Trotz der überlebenswichtigen drei Punkte galt für die Lustenauer Fans auch diesmal wieder das Motto "viele Leute - keine Stimmung". Auf Salzburger Seite war da schon mehr los, auch wenn sich die Tough Guys eine ziemlich sinnlose Aktion leisteten, indem sie die übrigen Fans beschimpften, weil sie (ihrer Meinung nach) nicht genug mitsangen: vielleicht sollten Sie sich einmal ihre eigenen Support-Leistungen im Frühjahr vor Augen führen, denn bisher haben sie stimmungsmäßig (von Rapid-auswärts abgesehen) so gut wie nichts zustande gebracht. Nach Schlußpfiff zündete ein Stierwåscher noch ein Bengalisches (warum eigentlich, ein Freudenfeuer war wohl an diesem Tag wirklich nicht angebracht!) und wurde dafür sofort von der etwas übermotivierten Lustenauer Dorfgendarmerie abgeführt.

Danach gings natürlich ab ins Austria-Dorf, wo die schmerzhafte Niederlage mit flüssiger Nahrung relativ erfolgreich bekämpft wurde. Ein Gsiberg-Skin fiel dabei etwas ungut auf, indem er unserem Matthias einen Kopfstoß verpaßte, ansonsten waren aber alle Leute sehr freundlich, und allein deswegen gönne ich den Lustenauern den Klassenerhalt. Nach und nach verliefen sich dann unsere Leute, und es blieben nur noch Bettina und ich über, bis wir (dank Ried-Fan und Lustenau-Insider Spucksi) in einer Pension direkt neben dem Stadion eine Übernachtungsgelegenheit fanden. Am Ostersonntag gaben wir uns dann eine Vorarlberg-Sightseeing-Tour, um am Ostermontag noch der Partie SW Bregenz - Kottingbrunn beizuwohnen, aber das ist eine andere Geschichte.

Insgesamt kann man sagen, daß wir für einen "guten Zweck" (den Klassenerhalt Lustenaus) drei Punkte im Ländle gelassen haben, denn die Auswärtsfahrten nach Lustenau sind sicher um ein vielfaches attraktiver als die diversen Trauerspiele in der Südstadt. Und für uns ist die Saison sowieso gelaufen, weil es kann eigentlich weder nach vorne, noch nach hinten noch irgendwas gravierendes passieren!

Zuseher: 10900 (davon 150 Salzburger Austria-Fans), Tor: Kolvidsson (6.);

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