Sonntag, 5. April 1998, 18:00
Austria Salzburg - Sturm Graz 1:1 (0:0)

Nichts war's mit dem erhofften ausverkauften Haus, lediglich 12.000 Fans wollten das Debüt von Hans Krankl sehen. Diese mußten ihr Kommen aber nicht bereuen. Gleich von Beginn an machte die Austria Druck, Sturm konnte nur reagieren. Die Einzelgespräche schienen gefruchtet zu haben, flüssige Kombinationen und sichere Ballannahmen (zuletzt beides ja Mangelware) paarten sich mit enormer Zweikampfstärke und letztem Einsatz. Einziges Manko blieb wieder einmal die Chancenauswertung, Großchancen von Jure, Aigner, Glieder und Lässig blieben ungenutzt. Nach ca. 20 Minuten verflachte der Elan etwas und Sturm kam besser ins Spiel, war aber nur einmal richtig gefährlich (Fallrückzieher von Prilassnig). Man merkte den Grazern förmlich die Lustlosigkeit an, mit der sie die letzten Meisterschaftsspiel über die Runde bringen wollen. In der zweiten Halbzeit änderte sich anfangs wenig am Spielgeschehen, die Austria kontrollierte den Ball und Gegner, Sturm beschränkte sich aufs Verteidigen und war nur durch Vastic-Freistösse gefährlich, die Safar aber allesamt parierte. In der 60. Minute war es dann soweit, Aigner Flanke auf Ivan, der überhebt Sidorczuk und Glieder hilft dem Ball per Kopf die letzten Zentimeter über die Torlinie, damit er nicht wieder auf selbiger abgewehrt wird. Das Lehener Stadion erwachte schlagartig aus seiner Lethargie, „Hansi, Hansi" und „so spielt der Meister" (!!!) Sprechchöre waren die Folge, selbst die sonst tote Haupttribüne klatschte kräftig mit. Auch war während der gesamten 90 Minuten kein Gepfeiffe zu hören, statt dessen wurde die Mannschaft wie in alten Zeiten stimmkräftig angefeuert. Einzig beim Einlaufen war es wundersamerweise fast still, nicht ein einziges bengalisches Feuer, keine Choreographie, lediglich 5 Pappkartons mit den Buchstaben - richtig - „H A N S I".
Zur Verwunderung vieler stellten wir uns nach der Führung nicht hinten hinein, sondern spielten weiter auf Angriff (Krankl sei Dank, endlich wieder attraktiver Fußball in Lehen). Das vermeintliche 2 : 0, erneut durch Glieder, erkannte Schiri Stuchlik wegen angeblichem Abseits wieder einmal nicht an. Das wird schon langsam zur Tradition, aber was soll man von einem Schiri schon erwarten, der schon zu Ausbildungszeiten sagte „sollte ich je Salzburg pfeifen, pfeife ich sie nieder" - ist es dem ÖFB nicht möglich, die Salzburg - Sturm Spiele von einem vernünftigen Schiedsrichter leiten zu lassen ?
Es kam, wie es kommen mußte. Weitere Topchancen wurden vernebelt (Glieder, Lässig), Sturms Dreifachtausch machte sich bezahlt und 3 Minuten vor Schluß staubte Haas nach Reinmayr-Stangenschuß zum 1:1 ab. Die erhoffte Auferstehung des Salzburger Fußballs ward in letzter Minute gestoppt worden, Krankls Einstand im Gegensatz zu Webers Dodlglück in Wien nicht von Erfolg gekrönt. Besser gespielt als das ganze restliche Jahr, gekämpft bis zum Umfallen und trotzdem nicht gewonnen, die Mannschaft kann einem richtig leid tun. Aber am Mittwoch gibt es schon die Möglichkeit zur Revanche, diesmal garantiert mit einem Sieger. Noch 4 Worte zu den Sturmfans : Wie immer meisterlich schwach!

Zuseher: 12000 (davon 200 stumme Sturm-Fans); Tore: Glieder (59.), Haas (85.);

[retour]

 
 
[an error occurred while processing this directive]